GenoTrust eG, Berlin: BaFin ordnet Einstellung und Abwicklung des Eigenhandels an

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Die BaFin hat der GenoTrust eG, Berlin, mit Bescheid vom 21. November 2018 aufgegeben, den ohne Erlaubnis erbrachten Eigenhandel umgehend einzustellen und abzuwickeln.
Über die Internetseite www.aequator.io verkauft die GenoTrust eG Aequator-Bons, die später in Aequator-Coins umgewandelt werden. Emittentin der Aequator-Coins ist die DBC MetaChain eG & Co. KG, Berlin. Damit erbringt die GenoTrust eG den Eigenhandel ohne die erforderliche Erlaubnis der BaFin. Sie ist verpflichtet die Kaufpreise für die noch nicht umgewandelten Aequator-Bons vollständig zurückzuzahlen. (Quelle BaFin)
 
Die Geno-Trust eG ist Mitglied im DEGP (Deutsch Europäischer Genossenschafts und Prüfungsverband.) Wie aus vertraulichen,  genoleaks vorliegenden Informationen hervorgeht, ist  diese  Entscheidung der BaFin ohne Information oder Abstimmung mit  dem zuständigen genossenschaftlichen Prüfungsverbands angeordnet und kommuniziert wurde.   Dieser Eingriff dieser Behörde erfolgte,  obwohl die Genossenschaften grundsätzlich als Selbstverwaltungsorganisationen eingestuft werden und in der Praxis eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Genossenschaftsverbänden besteht.
Nach genoleaks vorliegenden Informationen handelt es sich bei dem sogenannten Äquator Coin um ein selbstorganisiertes genossenschaftliches Finanzierungskonzept mit dem unter anderem die coopgo Universität finanziert werden sollte.
 
Wer ist die BaFin?  Die BaFin ist die Rechtsnachfolgerin der BaKred dem Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen.
 BaFin ist die Abkürzung für Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Das Hauptanliegen der BaFin ist es, ein stabiles und vertrauenswürdiges Finanzsystem in Deutschland zu gewährleisten. Was tut die BaFin dafür? Die BaFin fungiert als Finanzaufsicht und macht es sich zur Aufgabe, die Finanzmärkte Deutschlands zu beaufsichtigen und zu kontrollieren, um faire Handelsbedingungen zu ermöglichen. Dadurch schafft die BaFin Stabilität und Vertrauen. Es sollen unter anderem Tätigkeiten wie Geldwäsche, Anlagebetrug, Insiderhandel und Marktmanipulation verhindert werden, damit Anleger, Kunden der Banken und Versicherte auf die Korrektheit des deutschen Finanzsystems bauen können. Die Risiken für das deutsche Finanzsystem werden auf nationaler und internationaler Ebene ausfindig gemacht und begrenzt.“ (https://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/bafin?interstitial)
 
Im weitesten Sinne ist die Bafin eine staatliche Behörde die dem Anlieger bzw. dem Verbraucherschutz dienen soll. In der Realität sieht dieses jedoch anders aus. 
 Nach Ansicht von igenos, der Interessengemeinschaft der Genossenschaftsmitglieder, arbeiten BaFin und die  Prüfungsverbände der Banken gegen die Interessen der Genossenschaftsmitglieder. Dies betrifft vor allem die von den mit Fehlinformationen gegenüber den Mitgliedern  und Brachialgewalt gegenüber den Vorständen durchgesetzte Fusionspolitik.
Obwohl Genossenschaften den zwingenden gesetzlichen Auftrag zur Förderung ihrer eigenen Mitglieder haben, scheint dies die BaFin nicht zu interessieren.
Genossenschaftsbanken missbrauchen den Rechtsmantel der eingetragenen Genossenschaft, betreiben keine Mitgliederförderung und verhalten sich am Markt wie Universalbanken. Mitglieder und Nichtmitglieder werden gleich behandelt. Trotzdem haften die Mitglieder  mit ihrer Einlage und ggf. mit einer Nachschusspflicht.
Die genossenschaftliche Mitgliederförderung wird  als abstrakt abgetan und durch sogenannte Förderbilanzen ersetzt. Selbst eine genossenschaftliche Rückvergütung, eine der fairsten Möglichkeiten der Mitgliederförderung,  wird unterschlagen.  Die Zusammenarbeit zwischen der BaFin und dem BVR (Bundesverband der Volks-und Raiffeisenbanken hat Tradition.  Ein Thema das im Schwarzbuch Raiffeisen als Genogate Affäre aufgedeckt und belegt wird. 
 
Streng genommen betreibt die BaFin hier keinen Anleger oder Verbraucherschutz sondern begünstig die VR-Banken durch die geduldete Wettbewerbsverzerrung.
Das auf den Rücken der Mitglieder erwirtschafte Ergebnis  kann sich sehen lassen. Die genossenschaftlichen Banken erwirtschaften mit Abstand die höchsten Erträge in der Deutschen Bankenlandschaft.   
+++update  11.01.19 ++++Gegen den BaFin Bescheid wurde inzwischen erfolglos Widerspruch eingelegt. Der Aufsichtsrat der Trust in Coop eG wird eine Generalversammlung einberufen.
Trotzdem bleiben Blockchain sowieso und auch Kryptowährungen ein Thema mit dem sich inzwischen auch schon Deutsche Hochschulen befassen. 
 
 
 
 
 

One thought on - GenoTrust eG, Berlin: BaFin ordnet Einstellung und Abwicklung des Eigenhandels an

  • Die Umgangsform einer staatlichen Einrichtung gegenüber einer Genossenschaft ist schon beachtlich: Man setzt sich über alle “Spielregeln” des Genossenschaftsgesetzes hinweg und veranlasst, dass die Geschäftsanteile der Mitglieder zurückgezahlt werden müssen. Ob die Mitglieder das überhaupt wollen, spielt keine Rolle. Der Staat will es so – basta! Es mag sein, dass es zwischen BaFin und der GenoTrust unterschiedliche Beurteilungen gab, aber darüber hätten zunächst die Mitglieder selbst beraten müssen und können. Sie hätten ganz sicher dann auch Wege zu Lösung gefunden. Also erst “ab ins Gefängnis”, später klären wir, ob du überhaupt “schuldig” bist. …. Ein merkwürdiges Spiel”. Oder ging es einfach nur darum, dass etwas “politisch” nicht gewollt war, denn bei dem GenoTrust-Konzept ging es neue Form der Selbstfinanzierung von z.B. Blockchain-Projekten ….
    Und was geschieht eigentlich, wenn alle Genossenschaftsmitglieder das Geld nicht zurückhaben wollen und dafür einen “Fond” einrichten würden, auf den das Geld eingezahlt wird. “Rückabwickeln” heißt doch nichts anderes als das Geld gelangt wieder in die Verfügungshoheit der Mitglieder. Wenn dies erklären, “rückabgewickelt” zu sein und das bestätigen, wäre eigentlich dem Anliegen von BaFin intelligent Genüge getan ….

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