Dachmarke der Nicht Raiffeisen Genossenschaften kommt Anfang November 2017.

Home » RaiffeisenNews » Dachmarke der Nicht Raiffeisen Genossenschaften kommt Anfang November 2017.
RaiffeisenNews No Comments

Die Dachmarke der unabhängigen Genossenschaftsverbände wird Anfang November 2017 offiziell vorgestellt.  Während die zum DGRV Verbund zählenden Genossenschaftsverbände die Feierlichkeiten für das Raiffeisenjahr 2018 vorbereiten, formieren sich die unabhängigen genossenschaftlichen Prüfungs- und Förderverbände unter einer neuen Dachmarke.

Aus gewöhnlich gut informierten Kreisen hat Genoleaks über die Hintergründe der Kampagne erfahren: Die zentrale Botschaft lautet. “Sind wir nur ein No-Name?” Oder ebenso provokant: “Ist Marketing ein geeignetes Mittel zur Mitgliederförderung?”  und ” Marketing kostet doch Geld – sollen Genossenschaften nicht lieber sparsam wirtschaften?”

Mit diesen und ähnlichen Themen versuchen die unabhängigen Förder- und Prüfungsverbände ihre Mitgliedsbetriebe auf den den neuen Markenauftritt einzustimmen. Unsere Genossenschaften sind keine No-Names und Billiganbieter. Unsere Mitglieder sind stolz auf ihre Genossenschaft. Spätestens ab Morgen.

Hintergrund waren Differenzen um die Nutzungsrechte der von der Raiffeisen Organisation entwickelten Werbekampagnen: Zum Beispiel der Slogan: „Genossenschaften ein Gewinn für Alle“ und Raiffeisenjahr 2018. Mit Bezug auf das genossenschaftliche Prüfungsmonopol und die Zwangsmitgliedschaft wurde dies prompt in den Insiderwitz „Genossenschaften – ein Gewinn für alle Verbände“ umgemünzt. Trotzdem bestand an der Genossenschaftsbasis hin und wieder die Begehrlichkeit mit der eigenen Genossenschaft dabei zu sein, bzw. mitmachen zu dürfen. „Aber erklären Sie das mal einer Friseur- oder Handwerkergenossenschaft, warum unser Prüfungs-verband nicht unter der DGRV Fahne segelt,“ so der Vorstand eines größeren unabhängigen Prüfungsverband.

Wo sehen wir heute? Nach einer umfangreichen Bestandsaufnahme hat die für die Markenführung verantwortliche Kommunikationsagentur ihre Analyse des Genossenschaftssektor 2017 abgeschlossen und Bilanz gezogen. Gründe zum Feiern gibt es eigentlich keine.

Für typische Gründer und „Start up´s“ der Generation Y und X sind die klassischen Genossenschaften verstaubt und gar kein Thema. Der Geschäftsmantel Genossenschaft spielt bei der Wahl der Geschäftsform kaum eine Rolle. Spontane Nennungen verweisen bestenfalls auf Winzergenossen-schaften oder auf das klassische Raiffeisen-Lagerbetriebe in Ortsrandlage. Ausnahmen bilden neugegründete WeCom Gemeinde, die aber genau wissen was sie tun, gut vernetzt sind und darum auch gleich mit den unabhängigen Förderverbänden zusammenzuarbeiten – so die Internetplattform Genossenschaftswelt

Ist Situation: Kleineren und mittleren Genossenschaften fehlt heute häufig das Selbstbewusstsein sich schon bei ihrem Marktauftritt zu ihrer Rechtsform zu bekennen. Genossenschaften sind hier und heute keine sozialistischen Staatsbetriebe.  Im Gegenteil die Förderung der Mitglieder steht in jeder Genossenschaft im Vordergrund. Es geht um die wirtschaftliche Interessen der Mitglieder  – wie es das Genossenschaftsgesetz vorgegeben hat.

Genossenschaften sollten sich nicht dafür zu entschuldigen, dass sie ein Mitgliedergeschäft betreiben. Aussagen wie: „Tut mir leid wir sind eine Genossenschaft und beliefern nur Mitglieder“ sagen viel aus. Aus diesem Grund ist es wichtig die Genossenschaftsidee mit neuen Inhalten zu füllen.

Zahlen: Die Anzahl kleiner und Kleinstgenossenschaften nimmt ständig zu. Für das Jahr 2017 wird die Anzahl der Neugründungen im mittleren dreistelligen Bereich. Wachstumsmotor ist der nicht zur Raiffeisen Organisation zählenden Sektor. Dazu gehören Ärzte Genossenschaften, Berater-Netzwerke, Car-Sharing, Coaching, Einkaufsgenossenschaften, Prosumer Energie Genossenschaften, Dorfläden, Bio Landwirte, Marketing Genossenschaften, Mediengenossen-Schäften und Dienstleister aus dem Umfeld der digitalen Normaden. Diese neue Akzeptanz der Rechtsform eG wird vor allen durch die unabhängigen Förder – und Prüfungsverbände vorangetrieben und unterstützt.

Wie sieht der klassische DGRV Sektor aus?
Mit der Ausnahme einiger „Schülergenossenschaften“ und ausgewählter Leuchtturmprojekte tut sich nicht viel. Die Anzahl der klassischen DGRV Genossenschaften nimmt weiter ab. Trotz Schirmherrschaft unseres Bundespräsidenten.

Stark rückläufig ist die Anzahl der Genossenschaftsbanken, denen inzwischen auch massiv vorgeworfen wird, den Rechtsmantel der eingetragenen eG vorsätzlich zu missbrauchen. Der gleichen Vorwurf gilt auch für typische Renditegenossenschaften, zu denen die klassische Energiegenossenschaft gehören.

Markteinschätzung: „Sobald den genossenschaftlichen Verbänden die massive politische Unterstützung entzogen wird, fällt das bestehende dreistufige genossenschaftliche Verbandswesen wie ein Kartenhaus in sich zusammen.“So Insider aus dem Umfeld der genossenschaftlichen Forschungsein-richtungen, die aus Angst vor angedrohten Sanktionen im Hintergrund bleiben müssen.

Genoleaks: Die eigenständige Positionierung der unabhängigen Verbände unter einer starken Marke ist ein längst fälliger Schritt in die richtige Richtung. Aufgefallen ist, dass sich wesentliche Bildelemente der neuen Dachmarke bereits bei der derzeit im Aufbau befindlichen Internetplattform Genossenschaftswelt und im Logo der igenos Schriftenreihen wiederfinden.

 

LEAVE A COMMENT